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Die Welt der Medizin ist ständig in Bewegung. An dieser Stelle möchten wir Ihnen eine Auswahl interessanter Neuigkeiten aus der Medizin und aus unserer Praxis zur Verfügung stellen.

 

Stellungnahme der wissenschaftlich mit Auflichtmikroskopie befassten Dermatologen zur Dermatoskopie:

 

 

Die Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie verbessert grundlegend die Diagnostik von Hauttumoren und ist für Patienten von hohem Nutzen.

Ein Auflichtmikroskop/Dermatoskop ist keine beleuchtete Lupe – es ist ein Präzisionsinstrument, das dank justierbarem Abstand, spezieller Kontaktplatte und Kontaktmedium die Diagnostik pigmentierter und nichtpigmentierter Hauttumore grundlegend verbessert, und den Patienten unnötige Operationen erspart. Diese Technik wurde bereits vor etwa 30 Jahren in Österreich und Deutschland entwickelt und erlaubt die Beurteilung von Strukturen auch tieferer Hautschichten, welche mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind. Es wurden bis heute mehr als 1.500 wissenschaftliche Arbeiten publiziert.

Viele Dermatologen arbeiten weltweit und erfolgreich für ihre Patienten mit weiterentwickelten Instrumenten, die  eine noch höhere optische Leistungsfähigkeit, elektronische Speicherung und Auswertung der gewonnenen Bilder gewährleisten.

Nicht nur das verwendete Instrument, vor allem die Beurteilung der Befunde und die daraus abgeleitete Diagnose sind das Entscheidende. Dies ist ein der histologischen („feingeweblichen“) Diagnostik vergleichbarer Vorgang, der daher auch die Bezeichnung „Vitalhistologie“ erhielt. Die sichere Diagnosefindung muss wie in der Histologie erlernt und immer wieder geübt werden. Dazu werden regelmässig national wie international Weiterbildungen angeboten.

Die Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie ermöglicht nicht nur eine verbesserte Erkennung von Hautkrebs, sondern auch den Ausschluss des Verdachts auf Bösartigkeit. Letzteres kommt 10 bis 50 mal häufiger vor. Dadurch erspart man Patienten viele unnötige Operationen und den Krankenkassen unnötige Kosten.

Die internationale Anerkennung und Bedeutung der Auflichtmikroskopie / Dermatoskopie unterstreichen die seit 2001 durchgeführten „World Congress of Dermoscopy“ in Rom, in Neapel 2006, in Barcelona 2009 und im Mai d.J. in Brisbane / Australien sowie die International Dermoscopy Society (http://www.dermoscopy-ids.org/) mit mehr als 2500 Mitgliedern in 100 Ländern.

Der Auflichtmikroskopie / Dermatoskopie wurde von gesetzlichen Krankenversicherungen (im GBA) stets die Aufnahme in die Gebührenordnung verweigert, ihr Einsatz beim Hautkrebsscreening sogar ausdrücklich abgelehnt. Da die Auflichtmikroskopie/Dermatoskopie nur in der Gebührenordnung für Privatpatienten (GOÄ) als Leistungsposition gelistet ist, kann im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung kein Anspruch auf die kostenlose Erbringung dieser Leistung geltend gemacht werden. 

Der Nutzen der Auflichtmikroskopie / Dermatoskopie für die Patienten durch nicht-invasive Erkennung und / oder Ausschluss bösartiger Tumoren sowie weitere Anwendungen steht für die Unterzeichner und die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft außer Frage.

 

Unterzeichner sind

Prof. Dr.med. Andreas Blum, Konstanz

Prof. Dr.med. Claus Garbe, Tübingen

PD Dr.med. Holger Hänssle, Göttingen

PD Dr.med. Dr. rer. nat Jürgen Kreusch, Lübeck

Prof. Dr. med. Wilhelm Stolz, München